Stadtkirche Solingen

Stadtkirche Solingen

Projektdetails

Datum
16. März 2015
Ort
Stadtkirche Solingen
Kirchplatz 14
42651 Solingen

Projektbeschreibung

Umgestaltung eines Nachkriegsbauwerks im Rahmen der Stadtentwicklung

Seit mehr als 1000 Jahren haben am Fronhof in der Solinger Innenstadt Kirchen gestanden. Die im Fußboden der neuen Stadtkirche eingelassene Keramikrosette aus dem 11. Jahrhundert erinnert daran. Die 1732 erbaute „Alte Kirche“ fiel im November 1944 einem Luftangriff zum Opfer und wurde vollständig zerstört. An dem Ort der Ruine wurde 1954 ein dreistöckiger Mehrzweckbau in Stahlbetonskelettbauweise errichtet: die moderne Stadtkirche. Wegen des über 50 Meter hohen Kirchturms mit seiner stilisierten Weltkugel erhielt das Bauwerk schon bald von der Bevölkerung den Namen „Fritz-Walter-Gedächtniskirche“ (Fritz Walter gewann als Kapitän der Nationalmannschaft 1954 die Fußballweltmeisterschaft).

Von 2012 bis 2014 wurde die Stadtkirche im Rahmen eines Stadtentwicklungsprojektes zur „Kirche mittendrin“ im Herzen der Solinger City umgebaut und neu gestaltet. 2,1 Millionen Euro, die Hälfte der Baukosten, wurden durch Fördermittel von EU, Bund und Land finanziert. Der Umbau umfasste die Öffnung der Kirche zum Fronhof durch das neue Eingangsportal, die Errichtung des multifunktionalen Bürgersaals im Obergeschoss und des neuen Kirchencafés im Erdgeschoss. Der Umbau wurde geplant durch den Architekten Markus Richard und die Innenarchitektin Marion Großkemm, das Lichtdesign entwarf Dietmar Koether von der Firma Lupolux. Im Kirchenraum können per Fernbedienung zahlreiche Lichtprogramme abgerufen werden, passend zum Ablauf des Gottesdienstes oder für besondere Anlässe.

Die Projektion mit Licht wird an zwei Orten im Kirchenraum eingesetzt. Zum einen wird im Altarraum ein abstraktes Dornenkranzmotiv im Hintergrund des ca. zwei Meter hohen Metallkreuzes projiziert. Das Motiv setzt sich aus zwei Projektionen zusammen, die von links und rechts in zwei unterschiedlichen Lichtfarben übereinander projiziert werden. Durch die Überlagerung ergeben sich vielfältige optische Effekte, die das Motiv räumlich von der Wand lösen. Zum anderen wird die mittelalterliche Keramikrosette im Eingangsbereich des Kirchenraums von einem PHOS 40 LED-Projektor konturenscharf ausgeleuchtet. Der Projektor ist in ungefähr 10 Metern Entfernung auf der Orgelempore montiert.

Architekt:
Wilhelm Schrader, Solingen

Architekten (Umbau 2012-2014):
Großkemm + Richard, Solingen

Lichtgestaltung:
Dietmar Koether
www.lupolux.de

Projektionssysteme:
1 x PHOS 40 / 2700° K (Keramikrosette)
2 x PHOS 40 (Altarraum)